Hunde-Angriff: Auch die Gemeinde wurde nicht informiert

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Aus diesem Garten brach der Boxer aus und biss den joggenden Arzt arbeitsunfähig. (Bild: ran)
 

Die massive Attacke eines Boxer-Rüden in Reiden auf einen Zofinger Arzt sorgt für Aufsehen. Die Bevölkerung wundert sich, warum die Behörden den Vorfall nicht aktiv kommuniziert haben.

Was ein Arzt aus Zofingen am 22. April in Reiden erlebte, wird sein Leben womöglich für immer verändern. Der Mann war um halb sechs Uhr abends auf seiner Jogging-Runde, als er an einem umzäunten Haus vorbei lief. Auf dem Grundstück leben drei Boxer-Hunde. Als der Arzt sich näherte, büxten zwei Hunde durch das normalerweise gut gesicherte Tor aus. Sofort gingen die beiden Hunde auf den Jogger los. Einer der beiden, ein siebenjähriger Rüde, biss mehrfach zu und verletzte den Arzt unter anderem an den Händen schwer. Das Opfer konnte schliesslich in die ein paar hundert Meter entfernte Landi fliehen. Auf der Flucht verlor der Arzt viel Blut, wie Spuren zeigten. Bei der Landi wurden Polizei und Rettungsdienst gerufen, die den Mann ins Spital Zofingen brachten. «Diese Hunde sind mir bekannt, denn ich gehe oft auf diesem Weg spazieren», sagt Bruno Aecherli, Reidens Gemeindepräsident ad interim. «Die Tiere geben immer an, wenn sie im Garten sind und man vorbeiläuft.»

Er habe jeweils kein gutes Gefühl, wenn er dort vorbeigehe. «Ich hoffe immer, dass sie nicht ausbrechen können.» Genau das ist nun passiert – mit schwerwiegenden Konsequenzen. Der Arzt ist noch immer arbeitsunfähig, wann er an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann, ist unklar. Er war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Publik wurde der Vorfall erst durch einen Bericht des Zofinger Tagblatts. Wäre der in der Gemeinde gut vernetzte Aecherli nicht über Dritte informiert worden, wüsste er bis heute nichts Offizielles: «Es ist speziell, dass wir von der Gemeinde nicht darüber informiert wurden», wundert er sich. «Normalerweise gibt es schon bei viel kleineren Delikten eine Meldung.» Auch sonst nimmt der Aecherli kein Blatt vor den Mund: «Dieser Hund ist eine Waffe», sagt er. «Für eine Waffe benötigt man einen Waffenschein, für einen Hund nicht.» Er hofft nun, dass das Veterinäramt eingreift und die Hundebesitzerin zur Rechenschaft zieht. Gegen sie läuft ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Welche Sofortmassnahmen das Veterinäramt angeordnet hat, wollte Kantonstierarzt Otto Ineichen nicht bekannt geben. Der Fall werde seriös abgeklärt, und was verhältnismässig sei, sei angeordnet worden.

Fakt ist, dass der Hund nach wie vor bei der Besitzerin in Reiden ist. Laut Recherchen dieser Zeitung wurde sie verpflichtet, dem Hund sogar dann einen Maulkorb anzuziehen, wenn sich dieser im umzäunten Garten aufhält. Nach draussen darf sie mit ihm nur mit einer Spezialleine, die das Beissen verhindert. In der Nachbarschaft ist man trotzdem besorgt: «Was, wenn der Hund trotz allen Sicherungen ausbricht und ein Kind angreift?», so ein Passant.

In Reiden fragt man sich zudem, warum weder Polizei noch Staatsanwaltschaft den Fall aktiv kommuniziert haben. «Die Tragweite des Vorfalls stellte sich erst einige Tage später heraus», sagt dazu Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei. «Die Gemeindebehörde und ihre Mitglieder sind in einem solchen Fall weder beteiligt noch involviert. Es ist der Polizei dementsprechend aus Datenschutzgründen auch nicht erlaubt, diese zu informieren.» Simon Kopp, der Sprecher der Staatsanwaltschaft, ergänzt: «Zudem war es wichtig, vor einer aktiven Kommunikation Abklärungen zu tätigen.»

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