«Zweiter Wahlgang bleibt eine Lotterie» - das komplette Interview!

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Der bisherige Hans Pauli möchte noch eine Amtsperiode im Gemeinderat zurücklegen. (Foto: Katrin Freiburghaus)
 

Hans Pauli steigt am Sonntag für die SVP ins Rennen um den letzten freien Gemeinderatssitz. Der 69-Jährige über seine Chance, sein Alter und seine Motivation.

Sechs Kandidaten buhlen am Sonntag um den fünften Sitz im Oftringer Gemeinderat. Im zweiten Wahlgang wird sich nicht nur zeigen, wer Einzug hält, sondern auch, ob die SVP, die bisher zwei Sitze bestellte, in der Exekutive überhaupt noch vertreten ist. Weder der Bisherige Hans Pauli (822 Stimmen) noch der Neue Reto Wild (866 Stimmen) erreichten im ersten Wahlgang das absolute Mehr. Der 42-Jährige Wild verzichtet freiwillig auf eine Kandidatur. Ins Rennen schickt die SVP Hans Pauli.

Im ersten Wahlgang hat es für Sie nicht gereicht. Reto Wild holte gar noch mehr Stimmen. War es ein Fehler, mit einem Zweierticket anzutreten?
Hans Pauli: Nein. Aber es ist klar, dass man hinterher immer schlauer ist. Wir hatten bisher eine Doppelvertretung und wollten schauen, wie die Chancen stehen. Jetzt hat das Zweierticket halt nicht funktioniert. Mit einem Kandidaten wären wir vermutlich durchgekommen und die Sache wäre erledigt. 

Die Parteileitung hat entschieden – nachdem Reto Wild freiwillig auf eine Kandidatur im zweiten Wahlgang verzichtet hat – mit Ihnen ins Rennen zu steigen. Weshalb ist das der richtige Entscheid?
Gemeinderatswahlen sind Persönlichkeitswahlen. Sehr viele Leute kennen mich vom Sport her als eidgenössischer Kranzschwinger und als Präsident und Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbands. Ich habe sehr viel politische Erfahrung und bin kein Greenhorn mehr. Ich kenne die Dossiers der Gemeinde, aber als ehemaliger Grossrat auch diejenigen des Kantons. Wer mitentscheiden will, muss nicht nur die eigenen Dossiers kennen, sondern auch jene der anderen Ratsmitglieder.

Das nimmt Zeit in Anspruch.
Das stimmt, mit der Gemeinderatssitzung am Montag ist es nicht getan. Die Akten zu studieren, nimmt mindestens einen halben Tag in Anspruch. Dann gibt es noch Repräsentationspflichten, die oft samstags, sonntags oder abends anstehen. Wenn man sich die Zeit nicht nehmen kann, kann man das Amt nicht richtig ausüben. Ich bin flexibel, da mein Junior die ConsultingFirma leitet und ich lediglich noch ein paar Mandate führe. Wenn man ein eigenes Geschäft hat oder angestellt ist, ist es schwieriger, die notwendige Zeit aufzubringen.

Was bedeutet es Ihnen, dass Reto Wild freiwillig auf eine Kandidatur im zweiten Wahlgang verzichtet?
Wenn Reto Wild gesagt hätte, er trete nochmals an, hätte ich das anstandslos akzeptiert. Er hat mehr Stimmen erreicht und damit das Vorrecht gehabt.

Was bewegt Sie, als Gemeinderat nochmals zu kandidieren und sich für die Gemeinde einzusetzen?
Ich bin hier aufgewachsen, habe in Oftringen die Schulen besucht und die Bezirksschule in Zofingen. Oftringen ist eine Wachstumsgemeinde, wir haben noch einige wichtige Projekte, die ich umsetzen möchte. Ich denke etwa an den Bereich der Energie. Wir haben die Energiestrategie angenommen und einem Korb voller Ideen und Massnahmen zugestimmt. Aber wie man diese umsetzen will, ist unklar. Als Verwaltungsratspräsident des EW Oftringen kann ich sagen, dass wir am Ende ja auch positive Zahlen erzielen möchten. Nun gilt es, nach Lösungen zu suchen. Für mich ist klar, dass ich gerne noch etwas bewegen möchte.

Sie gehören dem Oftringer Gemeinderat seit 2006 an und sind 69 – wä- re es nicht an der Zeit, jemand Jüngerem Platz zu machen?
Die Frage kann man sich sicher stellen. Aber Know-how und Kenntnisse sind sehr wichtig. Es gibt einige Projekte, bei denen ich sehr gute und vor allem tiefe Kenntnisse habe und die ich noch aufgleisen und soweit möglich umsetzen möchte. Es ist schon so, dass meine Zeit absehbar ist, aber vielleicht nicht jetzt, sondern erst in vier Jahren. Eine Periode würde ich gerne noch zurücklegen, ich fühle mich noch jung, bin fit und geistig beweglich.

Für den letzten Sitz treten ausser Ihnen fünf weitere Kandidaten an. Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?
Die Wahlchancen sind intakt, sonst würden wir nicht antreten. Aber Wahlgarantie gibt es in einem zweiten Wahlgang nie. Was man im Voraus auch nicht weiss, ist, ob es Paketbildungen zwischen anderen Kandidaten gibt. Das könnte uns zum Verhängnis werden. Ob das dann der Volkswille ist, bezweifle ich aber.

Wenn jemand von den anderen Kandidaten gewählt wird. Was würde dies bedeuten?
In diesem Fall wäre die SVP, die wählerstärkste Partei, nicht mehr in der Exekutive vertreten. Dann müssten wir in die Opposition gehen. Es wäre aber besser, wenn wir vertreten wären.

Unternehmen Sie etwas dagegen, dass dieser Fall nicht eintritt?
Ich kenne viele Oftringer und spreche diese persönlich an. Beziehungen sind bei Gemeinderatswahlen entscheidend. Trotzdem bleibt der zweite Wahlgang eine Lotterie. Wie die Leute letztlich entscheiden, weiss man nie.

Was würde die Nichtwahl für Sie persönlich bedeuten?
Wenn ich nicht gewählt werde, geht kein Wasser die Wigger hinauf, da bin ich Realist. Ich würde mein Amt in neue Hände weitergeben und abschliessen. Meine Sache für die Öffentlichkeit hätte ich damit getan.

Mit welchem Gefühl treten Sie an?
Ich habe ein gutes Gefühl und ich warte den Entscheid gespannt ab. Das Volk hat es in seinen Händen.

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