Bestattung: Gemeinde schraubt an den Preisen

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Die reformierte Kirche in Oftringen. (Foto: Lutz Fischer-Lamprecht/Wikipedia)
 

Das Oftringer Friedhofreglement ist veraltet und soll revidiert werden. Das bedeutet eine Dienstauslagerung und Tarifanpassung.

«Das Sterben in Oftringen wird teuer», titelt die SVP in einer aktuellen Mitteilung. Worum es geht: Das Bestattungs- und Friedhofreglement soll revidiert werden; zum einen werden das Einsargen und Aufbahren an private Dienstleister ausgelagert, zum anderen werden die Preise der Gemeinde angepasst. Ausserdem wird die Friedhofskommission aufgehoben. Die SVP wettert, die Bestattungskosten würden «massiv» steigen. Allerdings: Bei genauerem Hinschauen entpuppt sich dies als nur teilweise richtig.

Tatsächlich steigt einzig der Preis für eine Urnenbestattung in einem bereits bestehenden Grab: von 150 auf 500 Franken um ganze 230 Prozent. Alle anderen Bestattungen bleiben gleich teuer oder werden günstiger. Wohl deshalb empfiehlt die SVP Oftringen-Küngoldingen die Revision trotz allem zur Annahme. Die Parteibasis begrüsse, «dass in Zukunft die Leichenbesorgung professionell ausgeführt werden soll».

Nullsummenspiel für Angehörige

Doch warum werden die meisten Bestattungstarife günstiger? Zur Erklärung gehört, dass private Bestattungsunternehmen höhere Preise haben als sie die Gemeinde bisher verrechnete. Quasi zum Ausgleich - damit Hinterbliebene nicht nochmals verstärkt zur Kasse gebeten werden - senkt die Gemeinde die bei ihr verrechenbaren Dienstleistungen. Ein Gewinn trotzdem auch für die Einwohnergemeinde, denn: Die personellen Ressourcen auf dem Werkhof, der für den Friedhof zuständig ist, sind knapp.

Durch die Auslagerung können Ressourcen freigemacht werden und das entlastet gemäss Bauverwalter Peter Göldi die Mitarbeitenden. Die eine massive Preiserhöhung rührt gemäss Auskunft aus dem Gemeinderat daher, dass die Kosten für die Urnenbestattung in einem bereits bestehenden Grab bisher zu tief veranschlagt waren. Warum dies so ist, entziehe sich der Kenntnis der Behörde. Ums Geld geht es der Gemeinde nicht - alle Preise seien knapp kostendeckend, sagt Göldi.

Nicht unbedingt Service public

Das aktuelle Reglement stammt aus dem Jahr 2004. «Oftringen ist heute in weitem Umkreis die einzige Gemeinde, die das Einsargen und alle damit verbundenen Tätigkeiten noch selbst besorgt», sagt Göldi.

Nebst der SVP unterstützen auch SP und CVP die Revision. SP-Präsident Urs Kilchenmann erklärt, das Einsargen und Transportieren könne gut an private Unternehmen delegiert werden. Selbst die SP erachte «das Bestattungswesen nicht als notwendiger Teil des Service public». Raphael Zimmerli, Präsident der CVP, ergänzt: «Bestattungen sind eine wichtige Dienstleistung, die eine Gemeinde anbieten sollte und auch muss. Mit dieser Revision wird dies definitiv erreicht.»

Noch keine offiziellen Stellungnahmen liegen von der FDP und Pro Oftringen vor, die das Thema diese Woche besprechen werden. Erste Signale deuten allerdings darauf hin, dass auch hier keine Grundopposition gegen die Revision aufkommen dürfte. Das letzte Wort in dieser Sache hat freilich das Stimmvolk. Die Gmeind findet am Donnerstag, 7. September statt. Ausserdem traktandiert ist der Verkauf einer Teilfläche des ehemaligen Strabag-Areals an die Omya.

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