«Ausgeschossen» - Kein Wein mehr in den Elvetino-Speisewagen

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Kein Wein in SBB-Zügen wegen Umstellung auf neue Lieferanten: Ab dem 1. November gibt es Mövenpick-Weine. KEY

Er reist viel und gern. Rentner Walter Strickler, der in Wahrheit anders heisst, nimmt dafür als Besitzer eines Generalabonnements den Zug. Auf dem Heimweg nach einer Tour in den Bergen setzt er sich gern mit seinen Wanderfreunden in den Speisewagen und gönnt sich ein Glas Wein. Auch letzte Woche war er unterwegs und bestellte ein Fläschchen – beziehungsweise, er versuchte es. Denn der sichtlich genervte Kellner beschied ihm, dass er keinen Wein mehr servieren könne, er sei «ausgeschossen». Gegenüber der «Nordwestschweiz» berichten mehrere Speisewagen-Aficionados über ähnlich unerfreuliche Erlebnisse. Dabei kommt es nicht nur beim Wein zu Engpässen, sondern auch bei Menüs und anderen Produkten. Was läuft schief in den Speisewagen, die von der SBB-Tochter Elvetino betrieben werden?

Elvetino-Chef musste gehen
Dazu muss man wissen, dass die Elvetino so etwas wie die immerwährende Stellwerkstörung im Betrieb der Schweizerischen Bundesbahnen ist. Den vorläufigen Tiefpunkt in der an Pleiten reichen Unternehmensgeschichte bildet die Freistellung von Elvetino-Chef Wolfgang Winter. Ihm wurden von den SBB «deliktisches Verhalten» und Verstösse gegen «gesetzliche Bestimmungen» vorgeworfen. Die SBB reichten eine Strafanzeige ein. Ob das Verfahren eröffnet wird, ist noch offen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Bis ein neuer Chef ernannt wird, übernimmt SBB-Urgestein Paul Blumenthal die Geschäfte der Elvetino. Als langjähriges Mitglied des Verwaltungsrats und als ehemaliger Leiter des SBB-Personenverkehrs kenne er das Unternehmen, heisst es in einer Medienmitteilung. Dass es nun zu Problemen im Warennachschub kommt, geht aber auf seine Kappe. Eingefleischte Speisewagen-Kunden vermuten, dass an den Lieferunterbrüchen die Umstellung der Speisekarte schuld ist. Diese wird jedes Quartal neu zusammengestellt. Gewisse Menüs fallen raus, neue kommen rein, Klassiker wie Züri-Geschnetzeltes bleiben.

Doch die Umstellung der Karte allein kann nicht Grund für die Nachschubprobleme sein. Wie die SBB bestätigen, werden auf den ersten November nicht nur die Menüs umgestellt, sondern es stehen dazu «umfangreiche Änderungen im Bereich des Weinausschanks» an, wie Sprecher Christian Ginsig sagt. So werden die SBB ab November mit dem Lieferanten Mövenpick die Weinkarte «komplett umstellen». Laut Ginsig werden dann erstmals auch Weine im Offenausschank angeboten, je ein roter und ein weisser Wein. Zudem würden neben den 0,375-l-Flaschen neu auch Weine in Flaschen à 0,75 l angeboten. Der Kunde soll sich über ein «deutlich ausgebautes und internationales Weinsortiment freuen» können.

Ginsig bestätigt, dass es wegen des Umbaus zu Problemen beim Nachschub kommt. «Richtig ist, dass einzelne Weine bewusst nicht mehr nachbestellt» worden seien und es daher zu Leerständen in Zügen kommen könnte. Wie mehrere Quellen sagen, herrsche in der Logistik von Elvetino ein «Chaos», der Umbau der Warenlieferungen sei zudem «dilettantisch» organisiert worden. Dagegen wehrt sich Sprecher Ginsig, der das so nicht bestätigen kann.

«Am Rande des Zusammenbruchs»
Gestern wurde bekannt, dass die Gipfeli neu zentral bei Hiestand eingekauft werden. Die Zusammenarbeit mit lokalen Bä- ckern wird beendet. Wenn es zu Lieferproblemen kommt, sind die Service-Angestellten die Leidtragenden, die die unbefriedigende Situation ausbaden müssen. Die Lage wird sich so schnell nicht verbessern. Die SBB wollen dem Personal noch mehr zumuten. So plant die Bahn einen radikalen Ausbau der Bahngastronomie. Mit den neuen Zugskompositionen steigt die Zahl der Speisewagen von heute 90 auf über 150. Das Personal scheint schon heute an der Belastungsgrenze zu sein. Wie Quellen sagen, drehe das Personal in den Speisewagen am «Rande des Nervenzusammenbruchs», lasse sich krankschreiben oder äussere sich gegenüber den Kunden verzweifelt über das schlechte Management. Der SBB-Sprecher sagt dazu: «Krankheitsbedingte Ausfälle können wir definitiv nicht bestätigen.»

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