Eröffnung der Mall of Switzerland: Einkaufen, essen, erleben

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Robert Küng, Regierungsrat Luzern, Daniel Gasser, Gemeindepräsident Ebikon, Max Hess, Gemeindepräsident Dierikon, und Jan Wengeler, Center Manager (v. l.), bei der Eröffnung der Mall of Switzerland in Ebikon. (Bild: ALEXANDRA WEY/KEYSTONE)

Es spielte die Feldmusik Ebikon auf, bevor um 9.13 Uhr passierte, worauf sich seit 2001 in der Luzerner Vorortgemeinde Investoren freuten und wovor Gewerbler und Anwohner bangten: Das Einkaufszentrum Mall of Switzerland liess die Kunden den 65000 Quadratmeter weiten Shopping- und Freizeitpark stürmen.

Das symbolische rote Band zerschnitten die Gemeindepräsidenten von Ebikon (Daniel Gasser) und Dierikon (Max Hess), Center Manager Jan Wengeler und Regierungsrat Robert Küng. Letzterer war schon beim Spatenstich dabei, damals am 11. Juni 2014, ebenfalls ein Mittwoch. In der Zwischenzeit ist nach den Plänen der Architekten Burckhardt+Partner eine Überbauung gewachsen aus Parkhaus, Shopping-Center sowie Kino- und Fitnesspalast. Von über 1000 neuen Arbeitsplätzen ist die Rede.

Mut und Innovation brauche es, damit das Projekt in Ebikon funktioniere, in einer Zeit, in der klassische Einkaufszentren darben, sagte Küng in seiner Rede. Die Umsätze schrumpfen und der fünfte Shoppingcenter Marktreport prophezeit in weniger als einem Jahrzehnt eine grosse Umnutzung von Ladenflächen in Schweizer Einkaufszentren. In der Mall of Switzerland sei das freilich keine Option, sagte Center Manager Wengeler.

Zu Fuss zur Migros
Die Migros könne sie nun zu Fuss erreichen. Das sei der einzige Vorteil des Baus, findet eine Anwohnerin aus Dierikon, die zur Eröffnung kam. Sorgen bereitet ihr der Mehrverkehr. Heute sei er mit dem öV angereist, sagt der Angestellte eines Sportgeschäfts in der Mall. Doch er wolle irgendwo in der Nähe einen Parkplatz mieten, damit er künftig mit dem Auto zur Arbeit kommen könne. Das Gebäude sei modern, man spü- re den arabischen Touch, findet er und zeigt auf die Ornamente einer weissen Abdeckung im Gang.

450 Millionen Franken hat der Staatsfonds von Abu Dhabi (ADIA) über eine Tochtergesellschaft in Ebikon investiert. Platz gibt es hier für 140 Retailund Gastronomiebetriebe – davon sind rund 100 bereits vergeben, 16 an Restaurants. Im Untergeschoss ist die Migros als Hauptmieterin untergebracht.

In der ersten Woche werden 150000 Besucher erwartet. In den ersten Stunden nach der Eröffnung strömten bereits Tausende in das Einkaufszentrum. Sie wurden am Abend kurz aufgeschreckt durch einen Fehlalarm, der sie zum Verlassen des Gebäudes aufforderte. Ausgelöst habe diesen wohl ein Sensor. Die Besucher hätten ruhig reagiert, sagte ein Sprecher. Der Spuk war nach kurzer Zeit vorbei.

Bis zu fünf Millionen Besucher im Jahr erhoffen sich die Betreiber. Dafür bieten sie auch regelmässige Modeschauen und Ausstellungen, 12 Kinosä- le, die täglich über 60 Filme zeigen, ein Fitness-Center und 1500 Quadratmeter Kinderspielfläche. Im Frühjahr 2018 soll zudem die Indoor-Surfwelle anrollen.

Dann wird es 17 Jahre her sein, dass der Liftehersteller Schindler das Projekt ins Rollen gebracht hatte. Das Unternehmen wollte 2001 seine Landreserven loswerden und suchte dafür einen Abnehmer, der dort unter dem Namen Ebisquare eine Einkaufs- und Freizeiteinrichtung realisiert.

Gegenwind bliesen Politik und Verbände – aus Angst vor dem Verkehrskollaps – sowie das lokale Gewerbe. Im Februar 2005 billigte das Stimmvolk Ebikons mit 55 Prozent den Bebauungsplan. Am 26. September 2007 – es war ein Mittwoch – begann der Bau an Zubringer und Autobahnanschluss A14. Das Strassenprojekt kostete 126 Millionen Franken.

Autobahnausbau gefordert
Der Zubringer sei wohl ein Hauptargument für das Ja an der Urne gewesen, sagte Ebikons Gemeindepräsident Daniel Gasser. Max Hess, Gassers Amtskollege aus Dierikon, betont, der Autobahnabschnitt müsse nun auf sechs Spuren ausgebaut werden. Vom Zubringer fährt man heute direkt ins Parkhaus des Einkaufszentrums auf einen der 1600 Parkplätze. Zugelassen sind 8280 Fahren pro Tag. Bei der Anreise setzt die Mall auf den öffentlichen Verkehr: Sie hat eine eigene Passerelle von der S-Bahn-Station und eine Busstation. Alle siebeneinhalb Minuten fährt ein Bus von und nach Luzern.

Mit dem Bau der Direktverbindung von der Autobahn fand sich 2008 auch ein erster Investor für das Projekt: Die französische Société Générale Immobilière sprang aber ein Jahr später wohl im Zuge der Finanzkrise wieder ab. 2011 sicherte sich die Immobilien-Projektentwicklerin Halter das Projekt, taufte es in den heutigen Namen um und realisierte es fortan als Totalunternehmerin für ADIA. Schindler erhielt 75 Millionen Franken. 

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