Aus der Traum vom Erdwärmespeicher-Projekt in Oftringen - zu wenig lokalpolitischer Rückhalt

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Ziel war es unter anderem, eine geothermische Saisonspeicheranlage zu errichten, um die saisonal überschüssige Wärme der «erzo» zu speichern und wiederzugewinnen.

Nachdem im Frühjahr 2016 die Finanzierung des Erdwärmespeicherprojektes im Umfang von rund CHF 12 Mio. durch Bund, Kanton Aargau und zwei grossen Energieversorgern zusammen mit der Erdwärme Oftringen AG sichergestellt war, hat vor allem der fehlende lokalpolitische Rückhalt zum Rückzug der beiden grossen privaten Investoren geführt. Mit der Sistierung der Arbeiten an diesem zukunftsorientierten Energieprojekt verlieren die Gemeinde Oftringen, die Region Zofingen und der Kanton Aargau ein Leuchtturmprojekt. Die Entwicklung einer regionalen, umweltschonenden Fernwärmeversorgung in Kooperation eines Erdwärmespeichers mit der «erzo» müsste dennoch für alle Seiten, speziell im Hinblick auf die Ziele der Energiestrategie 2050 und des Klimaschutzes, von grosser Bedeutung bleiben.

Die Ziele des Projektes waren:

- Die ausserordentlich guten geologischen Voraussetzungen für die Wärmegewinnung und – Speicherung zu nutzen

- Die Fernwärmeversorgung in Oftringen und Umgebung auszubauen und zu betreiben

- Eine geothermische Saisonspeicheranlage zu errichten, um die saisonal überschüssige Wärme der «erzo» zu speichern und wiederzugewinnen

- Einen Beitrag zu einer umweltverträglichen, CO2-freien und wirtschaftlichen Energieversorgung in der Region zu leisten

Der Raum Oftringen verfügt über einen überdurchschnittlich hohen geothermischen Gradienten, der in einer im Jahre 2007 abgeteuften Bohrung nachgewiesen wurde. In rund 700 m Tiefe wurde eine Temperatur von 50°C statt der zu erwartenden 30°C vorgefunden. Diese regionale Vorzugslage im Boden ist für eine geothermische Nutzung besonders geeignet. Mit einer Potenzialabklärung und einem Vorprojekt wurde die wirtschaftliche und technische Machbarkeit einer Nutzung der Erdwärme für Heizzwecke nachgewiesen.

Im Verbund mit der «erzo», der geothermischen Wärmegewinnung und einer saisonalen Erdwärmespeicheranlage können erhebliche Synergien und Energieeffizienzpotenziale genutzt werden. Das Wärmeabsatzpotenzial in Oftringen und Umgebung ist erheblich und beträgt gemäss einer Studie der Firma Gruner AG ein Mehrfaches der bestehenden Fernwärmeversorgung der Elektra Birseck, Münchenstein (EBM) ab der «erzo».

Infrastrukturprojekte dieser Art benötigen eine klare und engagierte Unterstützung durch die öffentliche Hand. Gemeint sind vor allem die nötigen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Während der gesamten Projekttätigkeit hat der Kanton Aargau das Erdwärmeprojekt in Oftringen als Leuchtturmprojekt erkannt sowie finanziell und mit Know how tatkräftig unterstützt. Auch das Bundesamt für Energie (BfE) hat das Projekt nach eingehender Prüfung für unterstützungswürdig erklärt und eine finanzielle Unterstützung von rund CHF 4 Mio. zugesichert. Weiter hatten sich zwei namhafte Energieversorgungsunternehmungen bereit erklärt, das Vorhaben mit ihrem Know how zu begleiten und je CHF 2.5 Mio. bereitzustellen.

Zum Abbruch der Arbeiten hat letztlich die mangelnde lokalpolitische, rechtliche und unternehmerische Unterstützung durch den Oftringer Gemeinderat und die erzo-Führung geführt. Dazu gehörten im Wesentlichen langfristige Wärmebezugsverträge mit der «erzo» und die Festlegung eines Versorgungsperimeters in Oftringen mittels Konzessionsverträgen in Absprache mit der EBM und der StWZ Energie AG, Zofingen. Mehrfache Gespräche mit den Verantwortlichen führten nicht zum Ziel.

Mit der Verlängerung des Wärmeliefervertrages mit der EBM bis 2040 und der Erweiterung der maximalen Bezugsmenge hat der «erzo» Vorstand ein nicht ortsansässiges Unternehmen bevorzugt und so den Abbruchentscheid des Erdwärmespeicherprojektes unumgänglich gemacht.

Die Erdwärme Oftringen AG bedauert diesen Schritt. Trotz intensiven Projektvorarbeiten und mehrfachen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern scheint die zumindest vorübergehende Sistierung richtig zu sein. Sie sieht in den laufenden Arbeiten für eine regionale Energiestrategie, insbesondere der Fernwärmeversorgung dennoch eine Chance, die Region zukünftig mit sauberer erneuerbarer Fernwärme zu versorgen. Für ergänzende Informationen stehen Ihnen Herr Anton Bucher (076 388 51 91) oder Herr Peter Woodtli (079 378 61 74) gerne zur Verfügung. 

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