No-Billag und der Egoismus

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Chefredaktor Philippe Pfister.

Oft wird erst einmal aus der Hüfte geschossen ; fast alle scheinen eine Rechnung mit den Fernseh- und Radiomachern offen zu haben. Eine Tatsache, die sich die Leute vom Leutschenbach auch selbst zuzuschreiben haben. Die Arroganz mancher TV-Bosse ist legendär. Da klingt die Botschaft der No-Billag-Initianten natürlich verlockend, die unablässig den Kampfbegriff «Zwangsgebühren» in die Runde schmeissen, welche die «Entscheidungsfreiheit jedes Einzelnen einschränken». Jeder solle selbst entscheiden, wofür er sein hart erarbeitetes Geld ausgeben möchte. Jawoll! Hat was, mag man denken. Nur: Wenn wir die No-Billag-Haltung konsequent weiterdenken, wo landen wir dann? Ich brauche zum Beispiel keine Schulen und Kindergärten – sollen die zahlen, die Kinder in die Welt setzen! Sportstadien? Keinen Rappen dafür! Sollen die zahlen, die Fussball cool finden! Geld für ÖV? Sicher nicht – ich fahre eh nur Auto! Sie merken schon: Ernst meine ich das natürlich nicht. Es gibt einige Dinge, die auch Sie kaum brauchen, aber von denen Sie trotzdem denken, dass sie es wert sind, dass alle dafür bezahlen. Schulen und Kindergärten stellen den Nachwuchs in unseren Unternehmen sicher; Sportstadien fördern den Zusammenhalt; ein öffentlich-rechtliches Medienangebot sorgt für den Austausch der Meinungen, von dem eine Demokratie lebt. Die Schweiz wird nicht untergehen, falls sie No-Billag zustimmt, das ist sicher. Aber sicher ist auch: Egoismus als Grundhaltung wäre ein ordentliches Stück weiter durchmarschiert.

Mehr Kommentare von Philippe Pfister finden Sie hier.

Und hier finden Sie den Radiobeitrag zum aktuellen Wochenkommentar:

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Definition von Egoismus

RuBu
schrieb am 22.11.2017 06:21
Wer nicht die Meinung des Chefredaktors teilt, wird hier also mit Egoist betitelt?!
Ich glaube der Redaktor verwechselt da etwas - ist nicht eher derjenige ein Egoist, welcher dem Leser seine bevorzugte Abstimmungs-Parole zu verkaufen versucht und Gegner mit Vorwürfen eindeckt? Solche Propaganda/Beeinflussungsversuche konnten Sie, Herr Pfister, im Boulevard-Blatt 'Blick' vorbringen, in 'seriösen' Tageszeitungen könnte es Abos kosten! Genau dieses Verhalten wird auch von einigen Redaktoren des SRF "gepflegt", was ganz bestimmt nicht in einem staatlich finanzierten Medium toleriert werden kann. Solche Medien haben sich politisch so neutral wie nur möglich zu verhalten; wäre interessant zu erfahren wie Sie aufschreien, wenn SRF-Mitarbeiter tendenziell eher 'rechts' kommentieren würden...

Das im Artikel verlangte "konsequente Weiterdenken" reicht anscheinend auch beim Schreiberling nicht über seine eigene Nasenspitze hinaus, bei den angeführten "Zwangsgebühren" für Schulen, Kindergärten, Sportstadien oder ÖV etc.. wird immerhin über ein etwas gerechteres System der Bezahlung, sprich Steuern, eingetrieben. Weshalb wird für das SRF ein pauschaler Betrag fällig? Den Gut-Verdiener interessieren 400 CHf pro Jahr vielleicht nicht, es gibt jedoch ein riesiger Rest, welche dies nicht so einfach stemmen können und der Betrag teilweise gleich mal einen Zehntel der Steuer ausmacht. Da frage ich mich schon, wer diesbezüglich der Egoist sein soll! Irgendwie stimmt das Verhältnis von Billag gegenüber Steuern beim Geringverdiener absolut nicht; er soll also mit seinem Einkommen irgendwelche TV-Sendungen prozentual höher finanziell 'unterstützen', als bspw. die Schule, Bahn, Landesverteidigung etc.

Das bisherige SRF gehört abgeschafft, es sollte zerschlagen und neu aufgebaut werden! In Zukunft sollten separate, komplett getrennte Sparten-Sender erschaffen werden; jeder soll sich die für ihn interessanten Sender abonnieren und bezahlen.
Ausgenommen eines landessprachigen Radio-TV-Sender mit Tagesschau und politischen Themen, der kostenfrei resp. über die ordentliche Steuer finanziert, zur Verfügung gestellt wird. Pro Tag vielleicht ein/zwei Stunden Sendung maximal, 10-vor-10 oder auch Tagesschau-Nacht kann gut zu einer einzigen Sendung zusammengefasst werden und kosten somit nur einen Bruchteil. Auch eine "Wetterschau" ist ganz klar zu teuer produziert - von Einsparungen bei Studiobau und Möbilierung bspw. einer Rundschau, Arena u.v.a. sprechen wir besser nicht.

Übrigens, vor einer Menschen-Generation reichte ein Radiosender, um über alles Wichtige in der Welt informiert zu sein - benötigen wir heute wirklich soviel mehr? Ist alles andere nicht einfach purer Luxus und soll dieser tatsächlich pauschal von allen bezahlt werden?

Gottes Mühlen mahlen langsam, aber stetig

Georg Umbricht
schrieb am 19.11.2017 16:00
Egoisten sind diejenigen, die auf Kosten anderer etwas machen, was die meisten gar nicht wollen, ja was nicht mal gut für sie ist (Unterhaltung = unten halten). Dabei füllen sie unverhältnismässig ihre Taschen und missbrauchen auch noch ihre Macht seit über 40 Jahren auf dem hohen Rosse.
Fazit: Gottes Mühlen mahlen langsam, aber stetig. Das Ja zur Billag-Initiative wird zu Recht kommen. Ein Beispiel fürs Lehrbuch.

PS: Kindergärten und Schulen mit der SRG zu vergleichen ist doch sehr amüsant.

Kleingeistdenken

E.Eckhardt
schrieb am 18.11.2017 21:15
Herr Häusmann, lesen sie sich den Initativtext doch bitte nochmals genau durch. Da steht nichts von Wasserkopf verkleinern oder so was in der Art. Da steht abschaffen! Und das innert kürzester Zeit. Diese Zeit reicht vielleicht gerade so aus um auf vernünftige Art und Weise abzuwickeln und nichts Neues aufzubauen. Keine Chance. Die Initative will vernichten, nichts anderes. 100%ig privatisieren und die Meinungsbildung der Nation in Hände von Menschen mit viel Geld legen. Und der Gegenvorschlag? Auch das wäre in kürzester Zeit eine Bombe gewesen. Vielleicht keine Atombombe - wenn ich in dieser Bildsprache bleiben darf, aber immerhin ein grosser Sprengsatz, gerade im Solidaritätsgedanken mit West und Südschweiz. Es ist doch ein erster Schritt getan mit dem Beschluss der Gebührensenkung auf 365 Franken. Das sind fast 100 Franken weniger als momentan. Alles Schritt für Schritt. Die Diskussionen sind angestossen und vielleicht entsteht ja was neues daraus. Aber muss man direkt alles zerstören, wollen sie das wirklich?

Guter Kommentar

Felix Schönle
schrieb am 18.11.2017 17:31
Den Gedanken kann ich zu 100 Prozent zustimmen. Wirklich schade, dass einzelne SRF Verantwortliche die Kritik nicht genügend ernst nahmen. Deswegen aber Ja zu No-Billag zu sagen wäre das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Sehr geehrter Herr Pfister.

R. Häusermann
schrieb am 18.11.2017 17:09
Sie können sich Ihre Solidaritäts-Bekundung an den Hut stecken. Als im Rat der Vorschlag zu einer abgespeckten Billag Variante mit einem Beitrag von 200.-Fr im Jahr diskutiert wurde, wurden diese Vorschläge abgewiegelt und verworfen. Es wird Zeit dass die SRG gezwungen wird Ihren Wasserkopf zu verkleinern. Wenn die SRG das nicht freiwillig macht, werden sie halt da zu gezwungen.
Ja zu Nein-Billag!
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