Der Winterblues aus medizinischer Sicht – Ratschläge der Fachärztin

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Dr. med. Bettina Isenschmid. (Foto: zVg)

Die Saisonal abhängige Depression – kurz SAD – ist eine depressive Verstimmung wie jede andere, mit Störungen der Neurotransmitter Serotonin und Dopamin. Eine depressive Episode dauert mindestens zwei Wochen und verursacht deutlichen Leidensdruck. Eine SAD, von Laien etwa auch Winterdepression genannt, tritt vor allem im Herbst und Winter auf.

So verbreitet ist die Depression

Jede zehnte Person ist von einer SAD betroffen. Symptome, die auf eine depressive Verstimmung hinweisen, sind: Betroffene sind niedergeschlagen, lustlos, erschöpft und haben häufig Heisshunger auf Süsses, soziale Kontakte werden eingeschränkt. Aktivitäten, die vorher Lust und Freude gemacht haben, sind nun nicht mehr verlockend, die Betroffenen fühlen sich schwer und können sich nicht aufraffen, etwas an die Hand zu nehmen. Typisch sind auch körperliche Beschwerden ohne organische Ursache wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen, sexuelle Unlust.

Während früher in der kalten und dunkleren Jahreszeit Rückzug und Stille vielleicht sogar angebracht waren, sind diese Phänomene heute für Betroffene störend. Die Gesellschaft verträgt es nicht mehr, wenn jemand im Winter weniger leistungsfähig und kontaktfreudig ist. Die SAD ist ein recht häufiges Krankheitsbild, die Depression an sich gehört mit den Angststörungen zu den häufigsten psychischen Leiden. Auch bei den Patienten im Spital kommen Depressionen in der dunkleren Jahreszeit häufiger vor. Sicher sehen wir jede Woche Patienten mit diesem Krankheitsbild. Auch die Festtage sind für viele Menschen schwierig, weil sie Freude empfinden sollten und es einfach nicht können.

Das sind die Hauptursachen

Zu wenig Licht tagsüber führt dazu, dass zusätzlich zu den geschilderten Mechanismen bei einer Depression über das sogenannte Melatonin-System der Schlaf schlechter wird, dafür am Tag Müdigkeit und Antriebslosigkeit bestehen.

Wenn es kalt ist, haben wir weniger Lust uns draussen zu bewegen, halten uns vor allem drinnen auf und sitzen viel herum und essen meistens zu viel. Dabei wäre gerade Bewegung draussen und der Aufenthalt im Tageslicht vor allem am Vormittag wichtig, um Stimmung und Antrieb zu fördern. Das Überessen macht zusätzlich träge und führt zu Schuldgefühlen, die die Depression noch verstärken. Auch überreichlicher Alkoholgenuss führt zu einer schlechten Stimmung, zu Schlafstörungen und einer Antriebshemmung.

Das rät die Fachärztin

-Regelmässig nach draussen gehen, sich draussen im Tageslicht bewegen, vor allem in der ersten Tageshälfte; vor der Arbeit 30 bis 60 Minuten zügig spazieren gehen.

-Soziale Kontakte aufrechterhalten, sich austauschen, zusammen Sport treiben, über die gedrückte Stimmung sprechen.

-Einschlafrituale wie warmes Bad, Kräutertee, eine entspannende Lektüre pflegen; ruhige Musik hören.

-Leichte, eiweissreiche Ernährung: Die Aminosäure Tryptophan ist wichtig für den Aufbau des Glückshormons Serotonin.

-Zu Hause für Lichtakzente sorgen (zum Beispiel Kerzen) und wohltuende, stimmungsstützende Düfte wie Lavendel.

-Pflanzliche Schlaf- oder Stimmungsmittel wie Johanniskraut, Baldrian, Orangenblüten oder Melisse einsetzen. Dafür gibt es auch spezielle Präparate vom Hausarzt. Vorsicht vor Neben- und Wechselwirkungen mit frei verkäuflichen Präparaten.

-Lichttherapielampe, Beleuchtungsstärke von 2000 bis 10 000 Lux nötig, kann ausgeliehen oder gekauft werden. Auskünfte gibt der Hausarzt.

Dr. med. Bettina Isenschmid ist Chefärztin KEA – Kompetenzzentrum Adipositas, Essverhalten, Psyche im Spital Zofingen.

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