Flückiger nimmt Fussgänger in die Pflicht und kritisiert den Bundesrat

elida_lenzburg_unfall_az_chris_iseli.jpg
Nach dem Tod von Elida (19) erinnern Kerzen an der Unfallstelle in Lenzburg an die Verstorbene. (Foto: Chris Iseli/Archiv)

Vor gut einem Monat starb die 19-jährige Elida, nachdem sie auf einem Fussgängerstreifen in Lenzburg von einem Senior angefahren und schwer verletzt worden war. Der 80-Jährige hatte die junge Frau nicht bemerkt und sie mit seinem Auto ungebremst erfasst. Später stellte sich heraus, dass der Unfallfahrer, ein Aargauer Zahnarzt, wegen massiver Tempoexzesse innerorts vorbestraft und mit einem Führerausweisentzug belegt war.

Seither haben sich laut den Medienmitteilungen der Kantonspolizei im Aargau fünf weitere Unfälle auf Fussgängerstreifen ereignet. Jedesmal gab es dabei Verletzte, zuletzt wurde am Freitag in Unterkulm ein 18-Jähriger von der Ambulanz mit Beinverletzungen ins Spital gebracht.

Handzeichen, keine Kopfhörer...

Nach dem tödlichen Unfall in Lenzburg sagte der Lenker gegenüber dem «Blick», die junge Frau habe grosse Kopfhörer getragen. Und er ergänzte, im Verkehr Musik zu hören, sei gefährlich. SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger befasst sich seit Jahren mit der Sicherheit an Fussgängerstreifen. 2013 scheiterte die Aargauerin mit einem Vorstoss, das einst obligatorische Handzeichen für wartende Passanten wieder einzuführen. Und 2015 forderte sie in einer Motion erfolglos ein Kopfhörerverbot am Fussgängerstreifen.

Beim Bundesrat vorstellig geworden

Flückiger hält fest, sie möchte auf keinen Fall der verstorbenen Elida die Schuld am tragischen Unfall geben. «Und ich bedaure ausserordentlich, was passiert ist.» Dennoch ist sie beim Bundesrat vorstellig geworden. Leider seien vermehrt Unfälle mit Fussgängern zu verzeichnen, jeder davon sei einer zu viel. «Handy und Kopfhörer gehören jetzt auch noch zum Alltagsbild beim Queren der Strassen», hält Flückiger fest. Und sie kritisiert, die Fussgänger würden offenbar das Gesetz mit dem Hinweis, man dürfe «den Fussgängerstreifen nicht überraschend betreten» noch immer nicht kennen. «Was unternimmt der Bundesrat, damit diese wichtige Gesetzespassage endlich zur Kenntnis genommen und beachtet wird?», fragt Flückiger.

Die Landesregierung antwortet gestern Montag in der Fragestunde und hielt fest, die Sicherheit der Fussgänger sei ihr ein grosses Anliegen. Deshalb begrüsse der Bundesrat «die Kampagnen, die auf das korrekte Verhalten bei Fussgängerstreifen hinweisen». Zudem werde die Sicherheit bei Fussgängerstreifen durch bauliche Massnahmen weiter verbessert. Unfalldaten würden die Wirksamkeit dieser Kampagnen und Massnahmen belegen. Die Zahl der Toten und Schwerverletzten auf Fussgängerstreifen sei rückläufig, schreibt der Bundesrat.

«Antwort ist ernüchternd»

Die Antwort des Bundesrates ist für Flückiger ernüchternd: «Einmal mehr sind es nur nichtssagende Bemerkungen.» Sie hätte sich gewünscht, dass der Bundesrat stärker auf die Eigenverantwortung der Fussgänger eingehen würde. Flückiger sagt, sie sei häufig mit dem Auto unterwegs und habe schon oft kritische Situationen erlebt.

«Ich bin überzeugt, dass das Handzeichen immer noch die beste und günstigste Methode wäre, um die Strasse sicher zu überqueren.» Die zweitbeste Lösung ist aus ihrer Sicht der Spruch: «Rad steht – Fussgänger geht.» Dies sollte nicht nur für Kinder gelten, wie in der Kampagne der Beratungsstelle für Unfallverhütung. (Fabian Hägler/AZ)

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

@Jürg Bachmann-Hilfiker

Tom
schrieb am 12.12.2017 22:33
Verkehrsteilnehmer! Die meisten Fussgänger fahren auch Auto, und sie fahren Auto so wie sie sich als Fussgänger verhalten. Kleines Beispiel: bin von der Alten Milchzentrale Richtung Altstadt marschiert (auf dem Trottoir). Kommt ein Auto aus dem Rigiweg Quartier geschossen, das Auto wollte rechts abbiegen (Richtung Luzern), hat also selbstverständlich nur nach links geschaut und hätte mich beinahe überfahren... fünfzig Meter weiter passiert beinahe dasselbe, ein Auto kommt rückwärts vom Wälchli Parkplatz, auch dieser Fahrer hat nur auf die Strasse geschaut ob ein anderes Auto kommt er hat nicht einmal daran gedacht zu prüfen ob ein Fussgänger kommt.

FUSSGÄNGER

Jürg Bachmann-Hilfiker, Murten
schrieb am 12.12.2017 15:51
Fussgänger haben manchmal das Gefühl, dass nur sie existieren auf der Strasse! Auch wenn sie im Recht sind auf dem "Gelben Streifen" müssten sie einmal das Hirn einschalten, denn nur so würden sie feststellen, dass links und rechts schauen ihrer persönlichen Sicherheit dient.
Zudem sollte die Politik (Polizei) diese Sachen mal kontrollieren. Es gibt in der Armee ein "Sprichwort":
Was man anordnet oder befiehlt, muss man kontrollieren!!!
Frau Flückiger hat absolut recht und wird hoffentlich nicht müde im Parlament ihren Einfluss geltend zu machen bis es alle begreifen und eine Änderung des Gesetzes beschliessen.

Eigenschutz ist eine Frage des IQˋs

Zeller Daniel
schrieb am 12.12.2017 10:28
Erstens - Ich begrüsse die Antwort vom Bundesrat voll und ganz am Gesetz beim Zebrastreifen nichts zu ändern. Denn hier geht es einzig und allein nicht um Sicherheit sondern um die Bezahlung der Schäden.
Eifach ausgedrückt - jedes Fahrzeug des im Strassenverkehr teil nimmt ist mit einer Haftpflichtversicherung für eventuelle Schäden jeglicher Art anderer Eigentümer sowie Personen versichert. Somit hat automatisch der "fahrende" Verkehr die Verantwortung, sprich Schuld zu tragen damit Heilungs- und Reparaturkosten gedeckt sind. Rein wirtschaftliche Angelegenheit. Würde die Schuld einer Person (Fussgänger) zu gesprochen, könnten die Geschädigten unter Umständen lange auf die Entschädigung warten. Erst recht wenn der "Schuldige" Mittellos ist.
Zweitens - Die Rechtsfrage am Zebrastreifen ist einzig und allein eine Interpretation der Intelligenz.
Das es Verkehrsteilnehmer gibt die ein risikofreudiges Leben auf der Strasse lieben, kann mit keinem Gesetz der Welt geändert werden. Mir tun die Unschuldigen die täglich darunter leiden müssen leid. Es darf auch wieder mal daran erinnert werden, dass im Strassenverkehr einzig und allein Menschen wie Du u Ich unterwegs sind. Die einen mit - die andern ohne Blech. Und wer das erkennt, hat den IQ für die Benützung der öffentlichen Wege und Strassen bestanden.
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
regiostellen.ch
Haushalthilfe, ,
Heitere Events / Live Productions
Allrounder/in, Mitarbeiter, Zofingen
AbteilungsleiterIn Food/Non-Fo, Oftringen, Mitarbeiter, Oftringen
EW Rothrist AG
Technischen Angestellten GIS m, Rothrist, Mitarbeiter,
VC Services GmbH
Kaufmännischen, Mitarbeiter, Niederönz
Restaurant zur grünen Ecke
Koch/Servicefachangestellte, Solothurn, Mitarbeiter, Solothurn
regioimmo.ch
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

aboplus
1001 Nacht: Arabische Musik trifft Klassik und Jazz
Blumen von der Blumeart GmbH in Strengelbach
Optimale Sportbekleidung zu Vorzugskonditionen bei Sportivo GmbH Zofingen
Einfach praktisch: Der ZT/LN-Rucksack für mobile Leute
Fondue Chinoise im Restaurant Rathaus in der Zofinger Altstadt