Ausgrabungen in Schötz: «Eine ganz wichtige Fundstelle»

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Ein achtköpfiges Grabungsteam der Kantonsarchäologie ist zurzeit daran, bis tausendjährige Gebeine freizulegen und zu dokumentieren. Foto: rzu

Fast ringsum Baugrube, in der Mitte ein weisses Zelt. Darin sind schmale Holzbretter ausgelegt, daneben knien Archäologen und legen mit kleinen Spachteln Skelette frei. Ein achtköpfiges Grabungsteam der Kantonsarchäologie ist zurzeit daran, bis tausendjährige Gebeine freizulegen und zu dokumentieren.

Vor wenigen Wochen stiessen sie bei der Begleitung der ersten Bauarbeiten (Abbruch des alten Gebäudes, Aushub) eines neuen Wohn- und Geschäftsgebäudes an der Ohmstalerstrasse 8 in Schötz wie erwartet auf den Friedhof; und wider Erwarten auf Überreste der Kapelle St. Johannes. Bereits 1844 und 1954 kamen bei Bauarbeiten auf dem Grundstück Mauern und Gräber zum Vorschein. Gemäss Überlieferungen war das 1984 nicht mehr der Fall. Kapelle und Friedhof schienen ausgelöscht zu sein.

«Wir gingen davon aus, dass von der Kirche nichts mehr da ist», sagt Fabian Küng, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Kantonsarchäologie. Deshalb war das Team überrascht, als es auf das Negativ des Kirchenfundaments stiess. Das Fundament selber fehlt. Zudem sind nur noch Fragmente des Chorbereichs vorhanden. Dieser ist ungefähr zehn auf sechs Meter gross und gibt Rückschluss auf den Grundriss der mittelalterlichen Kirche.

Im Mittelalter besassen die beiden Ortsteile Oberschötz und Niederschötz je ein eigenes Gotteshaus. Während im Oberdorf noch heute die Kapelle St. Mauritius steht, gehörte zum Unterdorf die Kapelle St. Johannes. Diese erschien 1275 erstmals in den Urkunden. Fabian Küng spricht bei dem Fund aber lieber von einer Kirche. Diese sei gemäss archäologischem Befund rund tausendjährig. Im Verlauf des Mittelalters wurde sie dann vergrössert, die halbrunde Apsis wurde zu einem rechteckigen Chor erweitert.

Im späten Mittelalter verlor die Kirche ihre Bedeutung aus unbekannten Gründen und wurde vor ungefähr 500 Jahren abgebrochen. «Das Spezielle daran ist, dass wir damit einen direkten Einblick in diese Jahrhunderte erhalten – ohne jüngere Störungen», sagt Fabian Küng.

Rundherum ist der dazugehörige Friedhof mit alten Gräbern. Dieser ist dicht belegt mit Skeletten von Frauen, Männern und Kindern. «Ein Querschnitt durch die Bevölkerung von damals», sagt Fabian Küng. «Die einzelnen Gräber legen wir nun frei; die Skelette bergen wir, transferieren sie in unser Depot und bewahren sie dort auf.» Die Knochen seien einzigartige Zeugen ihrer Zeit, sagt Fabian Küng, sie hätten extrem viele Informationen zum Leben in früheren Jahrhunderten in sich. «Unser Job ist, diese Zeugen sicherzustellen, dass wir die für allfällige Untersuchungen immer wieder greifbar haben.»

Der Rest – auch die Kirche – werden nach der Dokumentation kontrolliert zerstört, wie Fabian Küng sagt. Mitte Januar sollen die Archäologie-Arbeiten fertig sein. Ab Mitte Januar kann mit den Bauarbeiten für das Wohn- und Geschäftsgebäude begonnen werden. Die Baubewilligung wurde dieser Tage erteilt. Damit würden die Bauarbeiten nicht verzögert, sagt Fabian Küng. Der Aushub rund um die Fundstelle wurde vorgezogen.

Die Kantonsarchäologie ist aber nicht nur an zeitliche Vorgaben gebunden. Auch die Kantonsfinanzen schränken die Archäologie-Arbeiten teilweise ein. «Wir mussten uns dafür entscheiden, dass wir nur einen Teil des Friedhofs intensiv untersuchen.» Der Grossteil werde in einem abgekürzten Verfahren dokumentiert. «Das ist ein Kompromiss, den wir eingehen können, aber die Aussagewerte von diesen Gräbern ein Stück weit einschränken wird. Das ist insofern bedauerlich, als wir hier mit einer tausendjährigen Kirche mit Friedhof eine ganz wichtige Fundstelle haben.

Die Kosten für die Archäologie-Arbeiten liegen bei 140 000 Franken. 80 Prozent davon sind Personalkosten für das achtköpfige Grabungsteam.

Am Samstag, 16. Dezember findet von 10 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Grabung in Schötz statt.

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