Kanti-Lehrer wehren sich erfolgreich gegen Reform - keine 80-Minuten-Lektionen

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Archivbild ZT

Auf den ersten Blick war das neue Unterrichtsmodell 2019+ der Rektorenkonferenz bestechend: mehr Naturwissenschaften, weniger Sprachen, mehr politische Bildung, weniger Schulzeit – und nur noch Lektionen, die 80 Minuten dauern. Das Modell war einerseits die Antwort auf den Sparbefehl der Regierung und sollte gleichzeitig die Weiterentwicklung der Mittelschulen in Gang setzen. Einsparungen von 1,6 Millionen Franken pro Jahr wären möglich gewesen.

Doch das Projekt kann nicht umgesetzt werden, die Kombination von Sparauftrag und Schulentwicklung ist in dieser Form vorerst nicht umsetzbar. Gescheitert ist das Modell am heftigen Widerstand der Mittelschullehrpersonen. «Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keinen Rückhalt für das Modell», erklärte Daniel Franz, Präsident der Rektorenkonferenz.

Kritik ernst genommen
Bereits der Ansatz, die Weiterentwicklung der Schule mit dem Sparauftrag zu koppeln, stiess bei den Lehrpersonen auf Ablehnung. Konkret wurde kritisiert, dass das vorgeschlagene Modell zu einer Verkürzung der Unterrichtszeit für Schülerinnen und Schüler führe, die Lehrpersonen aber nochmals zusätzlich belaste. Zudem sei ein Wechsel zu 80 Minuten dauernden Lektionen nicht für alle Fächer sinnvoll. Aber auch die Stundenplaner meldeten sich zu Wort. Sie zeigten auf, dass an gewissen Schulen keine zumutbaren Stundenpläne mehr erstellt werden könnten. Die Sprachlehrer monierten die vorgesehene Reduktion der Stundendotation bei der zweiten Landessprache und im Englisch.

Auf der anderen Seite haben sowohl der Erziehungsrat als auch die Schulkommissionen verschiedener Mittelschulen im von der Rektorenkonferenz vorgeschlagenen neuen Unterrichtsmodell 2019+ einen zweckmässigen und ausbaufähigen Ansatz erkannt, der weiterverfolgt werden soll.

«Wir sind sehr froh, dass die Rektorenkonferenz die Bedenken der Lehrerschaft ernst genommen hat und jetzt einen Marschhalt einschaltet», sagte Michael Bouvard, Co-Präsident des Verbandes der aargauischen Mittelschullehrpersonen. Es sei für den Verband klar, dass die Mittelschule sich weiter entwickeln müsse; dafür werde sich der Verband auch gerne engagieren und mit den Rektoren zusammenarbeiten. «Aber Sparauftrag und Weiterentwicklung müssen klar voneinander getrennt bleiben», forderte Bouvard.

Erst Sparen, dann die Reform
Das Projekt «Unterrichtsmodell 2019+» sei nicht gescheitert, sagte Daniel Franz. Die Diskussionen hätten viel in Bewegung gesetzt. Es gelte nun, die vielen kritisch-konstruktiven und überzeugenden Hinweise bei der Weiterarbeit zu berücksichtigen. Das brauche mehr Zeit als vorgesehen. «Bildungsdirektor Alex Hürzeler und die Rektorenkonferenz sind aber nach wie vor überzeugt, dass es eine Weiterentwicklung der Aargauer Kantonsschule braucht», betonte Franz. Und ebenso klar sei, dass diese nur gelingen könne, wenn tragfähigere Lösungen gefunden werden können. Im März 2018 werden die Rektoren informieren, wie es mit den Aargauer Kantonsschulen weitergehen soll.

Nicht vertagt werden kann hingegen der Sparauftrag. Die Mittelschulen müssen der Regierung mitteilen, wo und wie sie 1,6 Millionen Franken pro Jahr einsparen wollen. Nachdem das Unterrichtsmodell 2019+ zurück an den Absender geschickt wurde, müssen die Mittelschulen konventionell sparen. «Wir werden die Stundentafeln überprüfen und allenfalls anpassen müssen», sagte Franz, «und wir werden versuchen, vermehrt noch Synergien zwischen den einzelnen Schulen zu nützen». Kein Thema aber ist für ihn die Erhöhung der Pflichtstundenzahl für die Lehrpersonen.

Auch für Michael Bouvard ist klar: «Es darf nicht wieder auf Kosten der Lehrer gespart werden.» Sparmöglichkeiten sieht Bouvard einzig beim Sachaufwand, der reduziert werden könnte oder im Bereich der zusätzlichen Leistungen und Projekte, mit welchen sich die einzelnen Schulen im Konzert der Mittelschulen zu profilieren versuchen.

von Jörg Meier / AZ

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