Viertel des Umsatzes fällt weg

Noch vor kurzem sei er davon ausgegangen, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit weitergeführt werden könne, sagt Fredy Bühler. Ein Entscheid des Zürcher Regierungsrats, wonach keine Patienten mehr ausserkantonal behandelt werden dürfen, machte diese Hoffnungen zunichte. Von der Massnahme unmittelbar betroffen sind rund 30 Personen, darunter Ärzte und Fachpersonal. Die Schulthess Klinik teilt mit, ihnen ein Angebot am Hauptstandort in Zürich zu unterbreiten.

Für das Park-Hotel, mit seinen 175 Zimmern und 355 Betten das grösste Hotel im Kanton Aargau, ist die Beendigung des über 30-jährigen Joint Ventures mit der Schulthess Klinik gravierend. Von den 10 Millionen Franken, die das Hotel jährlich umsetzt, entfällt rund ein Viertel auf die Patienten der Schulthess Klinik. Für Fredy Bühler sind das betrübliche Aussichten. «Wenn wir keine Nachfolge finden, sieht es sehr schlecht aus.» Konkret: Der Betrieb könnte nicht mehr in der bestehenden Form weitergeführt werden. Ein Stellenabbau wäre wahrscheinlich. «Wir werden aber alles Menschenmögliche tun, um das zu verhindern», sagt Bühler. Das Park-Hotel beschäftigt derzeit 80 Personen.

Durch den Wegzug der Schulthess Klinik aus Bad Zurzach drohen nicht nur dem Park-Hotel weitreichende Folgen, sondern der gesamten Region. Fredy Bühler spricht von einer Katastrophe für den ganzen Bezirk. Den Abbau würden zahlreiche Betriebe zu spüren bekommen. Allein die Gäste des Hotels steuern für das Thermalbad jährlich Eintritte in der Höhe von 300'000 Franken bei. Zulieferfirmen des Hotels wären, laut Bühler, ebenfalls betroffen.

Peter Andres, Verwaltungsratspräsident von Bad Zurzach Tourismus, spricht wie Bühler von einem schweren Schlag für die Region. «Das Park-Hotel ist ein wichtiger Arbeitgeber und ein Flaggschiff mit einer grossen Strahlkraft.» Ähnlich tönt es beim Direktor von Bad Zurzach Tourismus, Peter Schläpfer. Er bezeichnet das einzige Viersternehaus im Ort als eine Visitenkarte.

Verhandlungen im Gange

Für Fredy Bühler geht es in den kommenden Monaten nun darum, den sich abzeichnenden Schaden abzuwenden. Er hat bereits Kontakt mit möglichen Interessenten aufgenommen und befindet sich mit ihnen in Verhandlungen. «Unabhängig davon, wie es ausgehen wird: Ich bin ein Arbeitersohn und werde bis zum Schluss kämpfen.» Bühler darf dabei auf namhafte Unterstützung zählen: Sowohl die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden, Bad Zurzach Tourismus, die Gemeinde sowie die Reha Clinic haben ihre Hilfe zugesichert. Man stehe im engen Kontakt mit dem Inhaber und werde bei der Suche nach Lösungen Hand bieten, sagt Peter Andres.