Andreas C. Brändle: «Die Institution soll sich erweitern»

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Andreas Brändle in den Räumen des Coworking Space im alten Postgebäude beim Zofinger Bahnhof. (Bild: cki)

Am 1. Dezember 2016 hat die Wirtschaftsförderung Oftringen Rothrist Zofingen die Start-up-Factory eröffnet, um junge regionale Unternehmen zu fördern. Teil des Konzepts ist auch ein Coworking Space im alten Postgebäude in Zofingen. Freiberufler können dort für Stunden, Tage, Wochen oder Monate einen temporären Büroarbeitsplatz mieten. Wirtschaftsförderer Andreas C. Brändle spricht im Interview über die Entwicklung und die Zukunft des Projekts.

Die Start-up-Factory und den damit verbundenen Coworking Space gibt es nun schon ein Jahr. Wie wurden die Büroräume genutzt?
Andreas C. Brändle: Wir hatten unterschiedliche Personen, die hier gearbeitet haben. Darunter waren zum Beispiel Ingenieure, Wissenschaftler oder Studenten. Eine Personalberaterin führte mehrere Male ein Coaching durch. Es gibt verschiedene Gründe, warum Kunden hier einen Arbeitsplatz mieten. Manche sagen, sie brauchen Struktur und möchten ihr Zuhause von der Arbeit trennen. Andere haben eine Familie und sind daheim nicht frei genug zum Arbeiten. Dann gibt es Leute, die weiter entfernt wohnen, die Region Zofingen aber als Markt für ihre Firma interessant finden.

Dann sind Sie zufrieden mit dem ersten Jahr?
Es ist recht gut angelaufen. Ich muss aber dazu sagen, dass uns dieses Projekt als Test diente. Wir wollten dabei herausfinden, wie so eine Institution funktionieren kann und welche Zielgruppen daran interessiert sind. In dieser Hinsicht haben wir wichtige Erfahrungen gewonnen, auf denen wir nun aufbauen.

Welche Erfahrungen sind dies?
Wir haben festgestellt, dass unser Fokus auf die Bedarfsgruppen zu eng war. Unser Ziel war es, innovative Jungunternehmer, die typischen Start-ups, zu unterstützen. Das ist aber schwierig, da es in der Region Zofingen nicht so viele gibt. Zofingen ist kein Hot-Spot für junge Wissenschaftler. Die meisten lassen sich in Uni-Nähe nieder, meist Zürich oder Basel. Mitarbeiter von grossen Unternehmen, die keinen festen Arbeitsplatz haben, organisieren sich meist selbst und benötigen solche Lokalitäten nicht. Unsere Kunden nutzen den Coworking Space primär als temporären, aber festen Arbeitsplatz. Mit diesem Konzept allein fördern wir die regionale Wirtschaft aber zu wenig. Wir möchten die Institution darum nächstes Jahr weiterentwickeln.

Inwiefern?
Wir entwickeln daraus ein umfassendes Innovations- und Gründerzentrum sowohl für Neugründer wie auch für bestehende Unternehmen. Wir haben bereits dieses Jahr Kurse für Personen angeboten, die ihre eigene Firma gründen möchten. 200 Leute haben insgesamt schon teilgenommen. Ich sehe dort grosses Potential für die regionale Wirtschaftsförderung: Wir können Menschen aus der Bevölkerung schulen, wie sie wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen und sich selbstständig machen können. Hilfestellung möchten wir aber auch ansässigen Unternehmen bieten – für kleine und für mittlere. Dort geht es darum, wie diese innovativer werden können. Die Region Zofingen hat insgesamt 3500 Unternehmen. Einige davon sind an der Weltspitze. Der Rest davon sind Firmen, die sicher gute Arbeit leisten, mit dem richtigen Innovationsbewusstsein aber noch erfolgreicher sein könnten.

Wie wird diese Unterstützung genau aussehen?
Den Neugründern bieten wir Beratung, Schulung und Coaching an. Bei Bedarf können sie auch einen Arbeitsplatz im Coworking Space für begrenzte Zeit mietfrei erhalten. Wir wollen auch Kontakte vermitteln, die den Firmengründern alle nötigen Tipps geben können, die sie brauchen. Den bestehenden Unternehmen vermitteln wir gezielte Innovationsberatung, Zugang zu Forschungsprojekten, aber auch Erfahrungsaustausch unter ihresgleichen. Damit stärken wir das Know-how der Unternehmer. Doch allein können wir das nicht machen. Einer unserer Dienstleistungspartner wird etwa die Fachhochschule Nordwestschweiz sein. Mit weiteren sind wir noch in Verhandlungen.

Die Coworking-Räumlichkeiten bleiben im erweiterten Konzept erhalten?
Ja sicher. Ab Januar kommen auch wieder neue Mieter, darunter eine kleine Kommunikationsfirma. Coworking wird immer ein Teil unseres Angebotes sein. So können sich auch bestehende Firmen einmieten, wenn sie mal einen Sitzungsraum benötigen, um sich losgelöst vom Arbeitsplatz mit Themen zu befassen. Die Institution soll sich aber erweitern, sich zu einer Andockstelle entwickeln, wo ein Technologie- und Wissenstransfer stattfinden kann. Ich möchte mit diesem Innovations- und Gründerzentrum der regionalen Wirtschaft zu mehr Dynamik verhelfen. Das ist für mich ein wichtiger Aufgabenteil der Wirtschaftsförderung.

Kontaktstelle für Firmen
Die Wirtschaftsförderung Oftringen Rothrist Zofingen berät Unternehmen und Gemeinden beim Ansiedlungsprozess, kümmert sich aber auch um ansässige Firmen. Weitere Aufgaben sind die Positionierung der Region Zofingen als attraktiver Wirtschaftsstandort sowie die Bündelung von Areal- und Liegenschaftsangeboten. Die Wirtschaftsförderung wurde 2015 von Andreas C. Brändle gegründet.

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