Mit einer grossen Geste ins neue Sportjahr

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Melanie Gamma

Drei Sportevents gehören zu den Festtagen: Der Spengler-Cup in Davos für Eishockeyfans. Der Gippinger Stauseelauf für die, die an Silvester rennend ein paar Kalorien verbrennen wollen. Und die Darts-WM, die traditionell von Mitte Dezember bis Neujahr in London stattfindet. Da ich weder gerne die Laufschuhe schnüre noch besonders eishockeybegeistert bin, zog der Wettstreit mit den Pfeilen mein Interesse auf sich. Schliesslich bot der Event heuer eine besondere Affiche. Phil Taylor, der 57-jährige Brite und 16-fache Weltmeister, wollte sich mit einem weiteren Titel von der Wettkampfbühne verabschieden. Der Empfang, den ihm die gut 3000 Zuschauer im «Alexandra Palace» boten, war eindrücklich. Ihr Gesang beim boxerähnlichen Einmarsch der Legende sorgte selbst bei mir für Gänsehaut.

Wenn die Kamera dann auf die Gesichter der Spieler schwenkte, diese die Augen zum Zielen zusammenkniffen und mit Feingefühl die Pfeile aus 2,37 Metern Richtung Scheibe warfen, wuchs auch meine Anspannung. Wer wird als Erster die 501 Punkte exakt heruntergespielt haben? Im WM-Finale war es am Neujahrsabend nicht Phil Taylor, sondern Rob Cross. Der nervenstarke 27-jährige WM-Debütant hatte bereits im Halbfinale Titelverteidiger Michael van Gerwen aus den Niederlanden ausgeschaltet. Und nun war nach dem 7:2 im Endspiel die Wachablösung perfekt. Der Newcomer hatte sein grosses Idol entthront. Jenen Mann, der vor 16 Jahren überhaupt den Impuls gegeben hatte, dass sein Landsmann Rob Cross mit Dartspielen begann.

Im Moment seines grössten Triumphs zeigte Cross eine grosse Geste. Bei der Siegerzeremonie hob er die 25 Kilo schwere Sid-Waddell-Trophaë nicht in die Höhe, sondern nahm sie nur bescheiden, ja fast schüchtern in den Arm. Dann winkte Cross sofort den 30 Jahre älteren Taylor zu sich und übergab dem gerührten Altmeister den Pokal. Solche Geschichten schreibt nur der Sport – und solche darf es im Jahr 2018 noch mehr geben. In diesem Sinne wünsche ich uns allen viele Volltreffer und viele bewegende Momente.

 

Die Achillesferse stammt als Begriff aus der griechischen Mythologie: Sagenheld Achilleus war nur an der rechten Ferse verwundbar. Verletzliche Stellen im System sind auch Thema dieser Kolumne.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Achillesferse und die Ilias und der heutige Sport

Nikos Traianou
schrieb am 03.01.2018 23:19
Achilleus war einer der Haupthelden von Homer (ca. 800 v. Chr.), welcher in der Ilias die epische Belagerung und den Fall von Troja (Ilion =Troja) schilderte unter dem sagenhaftem König Agamemnon. Archäologisch kann diese Belagerungszeit von Troja durch die Achaier auf die Bronzezeit um ca. 1200 v. Chr. festgelegt werden (die damals erstürmten Mauerwerke von Troja sind bis heute erhalten und ausgegraben worden). Achilleus, einer der Haupthelden in diesem epischen Ringen, war in der Tat nur an der sog. Achillesferse verwundbar. Auch im heutigem modernem Sport konzentriert man sich gezielt auf die verwundbaren Schwäche des Gegners, um zu Siegen; auf die sogenannte spielerische Lücke sowohl bei Mannschaftssportarten wie auch bei Individualsportarten. Oberstes Prinzip bleibt aber auch heute noch im Sport die Fairness.
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