Brasilien klagt Ex-Banker aus der Region wegen Geldwäscherei an

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Der Vermögensverwalter aus der Region wurde am 27. November in Brasilien verhaftet. (Bild: key)

Die brasilianische Generalstaatsanwaltschaft hat einen ehemaligen Banker (39) aus der Region Zofingen angeklagt. Dem spanisch-schweizerischen Doppelbürger wird Geldwäscherei von 21,7 Millionen Dollar Bestechungsgeldern im Umfeld des Petrobras-Skandals vorgeworfen.

Der Vermögensberater mit eigener Firma im Luzerner Wiggertal wurde Ende November am Flughafen Sao Paulo, von wo der Schweizer aus eingetroffen war, festgenommen. Derzeit befindet er sich in Haft im brasilianischen Curitiba, dem Zentrum der sogenannten Car-Wash-Untersuchung.

Die Petrobas-Schmiergelder liefen unter dem Codenamen Lava Jato (engl. Car Wash). In den Petrobras-Skandal sind zahlreiche Geschäftsleute und Politiker verwickelt. Baukonzerne sollen Schmiergelder an den Ölriesen bezahlt haben und dieser wiederum zahlte Bestechungsgelder an Politiker.

Verschleierung gegenüber BSI
Zu den Kunden des Vermögensberaters, der in Zofingen die Kantonsschule besuchte, zählte unter anderem der frühere brasilianische Parlamentspräsident Eduardo Cunha – der profilierteste Politiker im Petrobras-Skandal. Er erhielt wegen der Annahme von Schmiergeld eine Gefängnisstrafe von 15 Jahren. Laut der Generalstaatsanwaltschaft wusste der Ex-BSI-Banker aus der Region, dass es sich bei den Geldern von Politiker Cunha um Bestechungsgeld handelte. Er habe die illegale Transaktion mit falschen Informationen gegenüber der Bank verschleiert und sich so zusätzlich bereichert, heisst es weiter.

Die Tessiner BSI-Bank war neben dem Petrobras-Skandal auch in den Geldwäschereiskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB involviert.

Die BSI SA war die älteste Bank im Tessin und wurde 1873 in Lugano gegründet. 2014 ging sie für 1,7 Milliarden Dollar an die brasilianische Gruppe BTG Pactual über. Im Mai 2016 verfügte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma wegen Verstosses gegen Geldwäschereivorschriften die Auflösung der Bank. Zudem zog sie ungerechtfertigt erzielte Gewinne von 95 Millionen Franken ein. Die BSI wurde letztes Jahr von der Privatbank EFG International übernommen.

Bank EFG distanziert sich
Die EFG gab vor Weihnachten bekannt, dass die Übernahme der BSI abgeschlossen sei. Der Ex-BSI-Angestellte aus der Region habe aber nie für die EFG gearbeitet, sagte deren Sprecherin Daniela Hasler auf Anfrage. Recherchen dieser Zeitung zeigen, der Ex-Banker schied schon vor der Übernahme aus dem Unternehmen aus. Auch bei der UBS, bei der der Ex-Banker zuvor gearbeitet hatte, kam es zu einem unfreiwilligen und vorzeitigen Abgang.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht hatte vier Verfahren im Zusammenhang mit dem Fall Petrobras eröffnet. Das Verfahren, das sich auf die Tessiner Bank BSI bezog, wurde vor zwei Jahren abgeschlossen.

Seit 3. Oktober ausgeschrieben
Der Vermögensverwalter wurde am 27. November 2017 auf dem Flughafen Guarulhos in Sao Paulo verhaftet. Er war seit 3. Oktober 2017 zur Verhaftung ausgeschrieben. Weil er aber ausser Landes war, wurde diese nicht öffentlich gemacht. Bei seiner Rückkehr nach Brasilien griff die Polizei zu und verhaftete ihn. Seither befindet er sich laut brasilianischen Medien noch immer in Untersuchungshaft in Curitiba, dem Zentrum der sogenannten Car-Wash-Untersuchung. (sda/ran)

Petrobras-Skandal

Schaden in Milliardenhöhe
Der Petrobras-Skandal ist der grösste Justizfall der brasilianischen Geschichte. Er basiert auf einem riesigen Korruptionssystem, bei dem Aufträge für den brasilianischen Erdölkonzern Petrobras von privaten Baukonzernen zu überteuerten Preisen ausgeführt wurden. Die daraus gewonnenen Mehreinnahmen teilten die verdächtigen Unternehmer mit Petrobras-Mitarbeitern und Politikern, ein Teil floss zudem in Parteikassen. Petrobras ist das grösste Unternehmen Brasiliens mit einem Jahresumsatz von rund 140 Milliarden US-Dollar. Der entstandene Schaden umfasst mehrere Milliarden Dollar. Im grössten Justizfall der brasilianischen Geschichte hat der Bundesrichter Sérgio Fernando Moro mehr als 500 Politiker und Geschäftsleute angeklagt. Viele von ihnen sitzen bereits lange Gefängnisstrafen ab.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

car wash Untersuchung

Markus Rüsch
schrieb am 04.01.2018 04:11
die Übersetzung des terms "lava jato" mit Autowäsche ist leider sehr ungenau: die weit besser Übersetzung ist Hochdruch Reiniger.
es wurde Geld mit Hochdruck gewaschen
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