Eine Notlösung löst sich auf: Ehemalige Asylunterkunft wird zum Mehrfamilienhaus umgebaut

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Steht nicht mehr für Asylbewerber zur Verfügung. Das ältere Gebäude wird zum Mehrfamilienhaus umgebaut. Das Fundament für den Anbau steht bereits. (Bild: Flurina Dünki)

Das etwas schäbig wirkende Haus an der Dorfstrasse 51 ist verlassen. Seine Bewohner sind Ende November ausgezogen. Bis dahin diente es als kantonale Asylunterkunft. Der private Eigentümer hatte den Mietvertrag jedoch auf zwei Jahre befristet, weil er dieses Jahr das heutige Zweifamilienhaus zum Mehrfamilienhaus ausbauen will. Bereits ist das Fundament für den Anbau erstellt.

«Die Liegenschaft haben wir Ende 2015 dem Kanton sozusagen als Notlösung als Asylunterkunft angeboten», sagt der Leiter Finanzen Alex Bissola, der damals Gemeindeschreiber ad interim war. Denn die Gemeinde war durch die Änderung des revidierten Sozialhilfe- und Präventionsgesetzes (SPG) per 1. Januar 2016 mit horrenden Kosten konfrontiert. Bis dahin hatte sie keine Asylsuchenden aufgenommen und dem Kanton Ersatzvornahmen gezahlt. Diese schnellten mit dem revidierten Gesetz um ein Vielfaches in die Höhe. Hatten Gemeinden bisher nur um 10 Franken pro Person und Tag an Ersatz gezahlt, war es neu mehr als das Zehnfache (heutige Kostenpauschale: 110 Franken). Alle Gemeinden sollten so zur Aufnahme von Asylsuchenden bewogen werden.

«Dieser Betrag hätte uns ein Loch in die Gemeindefinanzen gerissen», so Bissola. Zuvor sei die Aufnahme Asylsuchender in der Gemeinde nie gross diskutiert worden, denn angesichts der früher kaum spürbaren Ersatzbeiträge habe Kirchleerau kein grosses Interesse gehabt, Asylsuchende aufzunehmen.

Bereits während des Balkankonflikts diente die Liegenschaft als kantonale Asylunterkunft. Hätte sich nicht der Kanton eingemietet, wäre das Haus eine Asylunterkunft der Gemeinde geworden. So oder so wären Kirchleerau die teuren Ersatzvornahmen erspart geblieben. Doch die Uhr begann mit dem Abschluss des Mietvertrags erneut zu ticken. Innert zweier Jahre musste ein neues Objekt her, in dem die Gemeinde mindestens fünf Personen weiterhin unterbringen konnte. So hoch ist die Aufnahmequote für Kirchleerau. Am Ende die Erleichterung: In einem Landwirtepaar wurden neue Vermieter gefunden. Ihre Wohnung an der Körbelstrasse dient seit Dezember den sechs Männern aus Afghanistan, die zuletzt vorne an der Dorfstrasse wohnten, als neue Unterkunft.

Längerfristige Lösung
«Hätte sich der Vermieter nicht zur Verfügung gestellt, dann stünden wir jetzt vor einem echten Problem», sagt Bissola, der in den letzten Monaten so manches Telefonat mit potenziellen Vermietern geführt hat. «Wir mussten den Kirchleerbern erklären, dass wir eine Lösung brauchen, weil wir Kosten von rund 200 000 Franken jährlich unmöglich bezahlen können.» Zwar habe die Gemeinde auch eigene Liegenschaften, man habe aber keine langjährigen Mieter vor die Tür stellen wollen. Die Gemeinde hoffe nun, eine längerfristige Lösung gefunden zu haben.

Für die Kosten der kantonalen Unterkunft war der Kanton aufgekommen. Nun wird die Gemeinde erstmals die Kosten für «eigene» Asylsuchende aufwenden müssen, wofür gemäss dem Leiter Finanzen für 2018 bereits ein Budgetposten vorgesehen ist. Den Grossteil wird der Kanton rückvergüten.

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