Bernhard Scholl neuer Grossratspräsident - Renata Siegrist wird Vizepräsidentin I

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Gruppenbild mit Partnern: Vizepräsidentin I Renata Siegrist (GLP) mit Ehemann Kurt, Ratspräsident Bernhard Scholl (FDP) mit Ehefrau Maria-Pia und Vizepräsidentin II Edith Saner (CVP) mit Ehemann Rainer (von links). (Bild: Sandra Ardizzone/AZ)

Grossratspräsident Bernhard Scholl ist ein Fricktaler. Landammann Alex Hürzeler ist ein Fricktaler. Obergerichtspräsident Guido Marbet ist auch ein Fricktaler. An der Ratspräsidentenfeier in Möhlin wurde klar, was das zumindest für das Jahr 2018 bedeutet: Das Fricktaler besetzen die wichtigsten Ämter in Legislative, Exekutive und Judikative. Damit sei, so sagte Bernhard Scholl, der Aargau fest in Fricktaler Hand. Was den vielen Fricktalerinnen und Fricktalern, die zur Präsidentenfeier auf den Schulhausplatz in Möhlin gekommen waren, natürlich gefiel. Damit nicht genug: Scholl kündigte auch an, diese Fricktaler Power werde den AarG gau ordentlich bewegen. Der Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni schlug denn auch vor, Scholl könnte doch jede Grossratssitzung mit zehn gemeinsamer Kniebeugen beginnen. Während sich die Fricktaler um die wärmenden Feuerschalen versammelten, Bier vom Feldschlösschen-Sechs-Spänner zapften oder den Glühwein genossen, verschoben sich die rund 250 geladenen Gäste in die Mehrzweckhalle, wo die beiden FDPGrossrätinnen Jeanine Glarner und Maja Riniker fulminant und geistreich durch den äusserst fröhlichen Abend führten. Unter den Gästen befanden sich fast alle, die im Aargau politisch Rang und Namen haben – oder hatten.

Benjamin Giezendanner, der abtretende Präsident, genoss es sichtlich, dass für einmal der Jüngere dem Älteren Weisheiten aus dem politischen Grossratsalltag auf den Weg geben konnte; angereichert mit einem Korb voller wichtiger Utensilien für Notfälle aller Art. Zum Beispiel die sehr seltene, originale Aargauer Krawatte von der Olma 2015, einsetzbar bei Repräsentationen aller Art.

Landammann Alex Hürzeler überbrachte die Gratulation der Regierung. Scholl sei besonnen und souverän, mit grosser internationaler Erfahrung im Fricktal gelandet, biete er die Garantie für eine gute stetige Zusammenarbeit mit der Regierung. «Wenn die Chemie stimmt, dann stimmt auch die Reaktion», sagte Hürzeler. Und wenn man sich doch einmal nicht einig sei, könne man die Differenzen im Fricktal ausdiskutieren und im Falle eines Falles in der Person von Oberrichter Guido Marbet den dritten Fricktaler im Bund beiziehen und entscheiden lassen. Zum scheidenden Präsidenten Benjamin Giezendanner sagte Hürzeler: «Du bist ja fast schon länger Grossrat als erwachsen.»

FDP-Fraktionspräsidentin Sabina Freiermuth gratulierte im Namen aller Fraktionen. Sie nannte die Eigenschaften, die einen guten Ratspräsidenten ausmachen – und fand sie allesamt bei Bernhard Scholl bereits vorhanden.

Vor dem Hauptgang (Rindsschmorbraten, Kartoffelgratin, zweifarbige Karotte; Prädikat vorzüglich) unterhielt die Musikgesellschaft Möhlin mit Sängerin Isabel Morgenstern – ebenso vorzüglich. Das Fricktaler Dreigestirn vervollständigte Obergerichtspräsident Guido Marbet. Es sei an der Zeit, dass wieder einmal ein Fricktaler den Rat präsidiere. Nicht mit «Fire and Fury», aber mit Weit- und Umsicht möge Bernhard Scholl sein Amt ausüben, sagte er.

Dann endlich war das Mikrofon frei für Bernhard Scholl. «Ja», sagte er, «das Fricktal bewegt den Aargau. Und das tut dem Aargau gut!» Das Fricktal sei dem Rest des Aargau in vielem voraus gewesen; hier habe es schon eine funktionierende Volksschule gegeben, als man im Restaargau noch mit Klassengrössen von 120 Kindern hantiert habe.

Er wünsche sich, dass der Kanton wieder vorankomme und sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren könne; das angeschlagene Tempo sei ihm zu langsam. Deshalb brauche der Aargau Bewegung, sagte der pensionierte Chemiker. Scholl gehört mit einem kurzen Unterbruch dem Grossen Rat seit 2004 an; 2014 bis 2016 war er FDP-Fraktionspräsident. Bei seiner Antrittsrede im Grossratsgebäude in Aarau hatte Scholl kritisiert, die grassierende Überregulierung blockiere die Entwicklung des Kantons. «Es ist höchste Zeit für eine Regulierungsbremse», sagte er. Das bedeute vor allem: «Wir sollten uns mehr um die Grundsätze kümmern und weniger schnell in die Details eingreifen.»

Er freue sich, das Parlament nach aussen zu vertreten, zu den Leuten zu gehen, immer unter dem Motto «Aargau bewegt». Mit grossem Applaus quittierte das gutgelaunte Publikum diese Absichtserklärung des neuen Präsidenten; dass Bundesrat Ignazio Cassis im letzten Moment noch hatte absagen müssen.

von Jörg Meier — az Aargauer Zeitung

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Eine sehr politische Familie: Bernhard Scholl (2. von links, erste Reihe, FDP), Kathrin Scholl-Debrunner (daneben, SP) und Herbert H. Scholl (daneben, FDP) präsidierten alle schon den Grossen Rat. (Bild: Severin Bigler/AZ)
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Bernhard Scholl (Bild: Sandra Ardizzone/AZ)
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