Ungarischer Honig aus China: Die Herkunft von Honig ist häufig falsch angegeben

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Fleissige Bienen: Sie verrichten emsig ihre Arbeit. Foto: Shutterstock

Am Honig hatte das kantonale Amt für Verbraucherschutz AVS im letzten Jahr keine Freude. Jedenfalls nicht an den 24 Honigproben, die untersucht wurden: Fast die Hälfte davon fiel durch. «Wir haben erwartet, dass Proben zu beanstanden sind. Dass aber beinahe jede zweite nicht genügte, war schon eine Überraschung», so Alda Breitenmoser, Leiterin des Amts für Verbraucherschutz. Nicht unbedingt die Qualität des Honigs gab Anlass zur Kritik. Von den 24 Proben wiesen zwei einen Wärme- oder Lagerschaden auf, eine Probe eine Verunreinigung. Die meisten Proben fielen durch, weil die Herkunft oder Sorte falsch bzw. nicht vollständig angegeben war. Neun Honigsorten waren davon betroffen.

«Ein mit der Herkunft Ungarn deklarierter Honig stammte zu einem grossen Teil aus China», gibt Breitenmoser ein Beispiel. «Und ein als Kastanienhonig deklariertes Produkt bestand hauptsächlich aus Waldhonig.» Getestet wurden «hochpreisige» Honigsorten, wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist. Sie kosten zwischen 30 und 204 Franken pro Kilo. Darunter waren auch elf Sorten Bio-Honig und ein Honig aus der Schweiz. Bei diesem hatte das Amt nichts zu beanstanden.

Schweizer Honig ist nicht besser
Dass beim Honig falsche Angaben auf dem Etikett stehen, ist kein neues Phänomen. 2016 untersuchte das Bundesamt für Lebensmittel 96 Honigproben aus der Schweiz, davon fielen fast ein Viertel durch. Unter anderem wegen falscher Herkunftsangaben.
Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz sieht das kritisch. «Honig ist ein relativ hochpreisiges Produkt und ist deshalb eher anfällig für Täuschung und Betrug», hält sie fest. «Es ist erstaunlich, wie viele Sorten und Spezialitäten es auf diesem Gebiet gibt. Das ist für die Konsumenten kaum mehr nachvollziehbar und offenbar auch für die Produzenten und Verarbeiter anspruchsvoll.» Zwar stecke nicht immer eine absichtliche Täuschung hinter einer falschen Angabe. Aber: «Konsumenten haben kaum die Möglichkeit, den Honig zu kontrollieren. Sie müssen der Deklaration vertrauen können.» Walpen fordert deshalb mehr Kontrollen und Sanktionen.
Aber wo können die Aargauerinnen und Aargauer denn Honig kaufen, ohne sich Sorgen zu machen?

Was meint der Aargauer BDP-Nationalrat Bernhard Guhl? Er ist selber Hobby-Imker und war Präsident von apisuisse, dem schweizerischen Imker-Dachverband. Über die Frage muss er lachen. «Schweizer Honig kaufen», sagt er dann. «Bei Honig bin ich Patriot.» Dann wird er ernst: «Natürlich ist Schweizer Honig noch keine Garantie. Es gibt auch hier schwarze Schafe, die ihr Produkt mit billigem Honig aus dem Ausland strecken.» Sein Rat: «Kaufen Sie den Honig regional, zum Beispiel von einem Hof oder von Bekannten.»

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