Dienstag, 25. Juli 2017

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Mit Bello und Kitty an den Strand


Der Oftringer Tierarzt Flurin Tschuor gibt Tipps für unbeschwerte Ferien mit dem Haustier.

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Flurin Tschuor rät, sich vor der Reise mit Haustieren gut über die Vorschriften im Zielland zu informieren. (Foto: cki)

Viele Tierhalter wollen nicht ohne ihren Liebling in die Sommerferien reisen. Doch welche Ausweise sind nötig? Auf welchem Platz fühlt ein Tier sich im Auto am wohlsten? Und was gehört in die Reiseapotheke? Flurin Tschuor von der der Tierklinik BolligerTschuor in Oftringen sagt, worauf es ankommt.

Welche Haustiere können in die Ferien mitgenommen werden?

Flurin Tschuor: Grundsätzlich jedes. Hunde sind am besten geeignet, da der Halter sie an der Leine mitführen kann. Am zweithäufigsten werden Katzen mitgenommen. Sie sind aber stärker an ihr Revier gebunden als der Hund und können sich am Ferienort leicht verlaufen. Kaninchen oder Meerschweinchen lassen sich im Käfig ebenfalls transportieren. Es hängt auch davon ab, welche Tiere in der Ferienunterkunft erlaubt sind.

Welche Länder sind besonders tierfreundlich?

Tiere sind grundsätzlich fast überall willkommen. Weltweit erlauben immer mehr Hotels die Mitnahme von Haustieren – manchmal müssen die Gäste dann einfach mehr für das Zimmer bezahlen. Ein besonders unkomplizierter Umgang mit Haustieren herrscht in Deutschland, Frankreich und Italien. In skandinavischen Ländern ist die Einfuhr von Listenhunden teilweise verboten. Die Vorschriften ändern sich aber laufend.

Welche Ausweise muss der Tierhalter für sein Tier mitnehmen?

Im EU-Raum sind für Hunde und Katzen ein internationaler Heimtierausweis und eine gültige Tollwut-Impfung nötig. Weiter müssen die Tiere natürlich gechippt sein. England und einige skandinavische Länder fordern eine tierärztliche Bestätigung, dass man mit dem Hund eine Wurmkur gegen den Fuchsbandwurm gemacht hat. Hundehalter müssen in einigen Ländern zudem einen Maulkorb mitführen, an manchen öffentlichen Orten muss ihn der Hund auch tragen. Für die Reise in Nicht- EU-Länder wie Türkei und Serbien muss neben der Bestätigung einer gültigen Impfung der Nachweis über einen genügend hohen Tollwuttiter mitgeführt werden. Hierzu muss der Tierarzt beim Hund einen Bluttest durchführen, der zeigt, ob der Impfschutz gegen Tollwut genügend ist.

Viele Hundehalter fahren mit dem Auto in die Ferien. Wie können sie dem Hund die Fahrt so angenehm wie möglich machen?

Manchen Hunden wird es beim Autofahren schlecht – dafür bitte ein Medikament gegen Reiseübelkeit mitnehmen. Der Hund sitzt während der Fahrt am besten in einer Transportbox, je nach Grösse des Tieres entweder in einer grossen Box im Kofferraum oder in einer kleineren, die mit der Sicherheitsgurte auf dem Sitz befestigt wird. So fühlt sich der Hund sicher, weil er in Kurven einen besseren Halt hat – wie ein Kind im Kindersitz. Die Temperatur im Auto sollte reguliert werden. Ist sie für den Menschen angenehm, fühlt sich auch der Hund wohl. Während der Fahrt sollte man Pausen einlegen und dem Hund etwas zu trinken geben.

Welche Medikamente gehören in die Reiseapotheke?

Als Minimalausstattung würde ich ein Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial für Hautverletzungen, eine Salbe gegen Mücken- oder andere Insektenstiche und ein Medikament gegen Durchfall empfehlen.

Worauf sollten Tierhalter bei Flugreisen achten?

Sie sollten überlegen, ob sich eine Flugreise für das Tier lohnt: Fliegt man nur für ein Wochenende nach Mallorca, ist es wenig sinnvoll, dem Tier den Stress zuzumuten. Ältere Tiere, die schnell nervös werden, sollte man gar nicht im Flugzeug mitreisen lassen. Falls nötig, gibt es Medikamente wie Psychopharmaka oder Beruhigungsmittel, die gegeben werden können, um den Stress zu minimieren. Diese haben aber auch Nebenwirkungen und sollten nur bei Bedarf eingesetzt werden.

Was ist beim Strandbesuch mit Hund wichtig?

Zuerst sollten Hundehalter schauen, dass das Baden mit Hund am betreffenden Strand erlaubt ist. Das Hundehäufchen müssen sie aber auch dort entfernen. Weiter sollten sie darauf achten, dass der Hund nicht zu viel Salzwasser trinkt. Das kann zu Durchfall und Erbrechen führen. Geht der Hund baden, sollte man ihn danach gut abduschen. Das Salzwasser kann zu Entzündungen und Ekzemen führen. Das Wichtigste ist: Gut aufpassen, dass dem Tier im Wasser nichts passiert – auch Hunde können ertrinken.

Wo finden Tierhalter weitere Informationen zu den Vorschriften in ihrem Reiseland?

Bei der Botschaft des jeweiligen Landes, oder beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

 

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