Freitag, 21. Juli 2017

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Familiäre Langzeit-Quartierversorgung wiederbelebt


Yüksel Ozan und seine Familie haben gestern das neue Quartier-Lädeli eröffnet.

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Yüksel Ozan (l.) und Marin Di Benedetto (2. v. l.) haben dem früheren «Migros Partner» neues Leben eingehaucht. Derya Ozan-Onac (r.) und ihr Mann Ramazan Onac (hinten r.) sind die Ansprechpartner in Sachen Verkauf, Kasse und Bestellungen. KAS

Ein knappes Jahr ruhte das Ladenlokal an der Eienstrasse 2 in Safenwil ungenutzt. Nun hat Yüksel Ozan es wieder zum Leben erweckt. Nach zwei Monaten Umbau- und Vorbereitungsarbeiten feierten er und seine Familie gestern Donnerstag mit dem neuen Safenwiler Quartier-Lädeli die Eröffnung.

Ozan ist der Nachfolger von Daniela und Markus Hermann, die Mitte 2016 den «Migros Partner»-Laden aufgaben. Für die Wiedereröffnung im Wohn- und Industriequartier schräg vis-à-vis vom Autocenter Emil Frey entschied sich Ozan spontan. «Ich wohne im Nebenhaus.» Der heute 42-Jährige lebte bis zum Lehrabschluss mit seinen Eltern in Safenwil. Als sie wegzogen, ging er mit. Vor sieben Jahren kehrte Ozan mit seiner eigenen Familie zurück.

Als Detailhändler ist Ozan ein Quereinsteiger. Die berufliche Selbstständigkeit lernte er als Akkordschweisser im Zeitraum 1996/97 kennen. Die letzten Jahre war er als Lastwagenchauffeur für Stückgut in der ganzen Schweiz unterwegs. «Ein Detailhandelsgeschäft zu eröffnen, ist etwas völlig anderes», gibt Ozan zu. «Ich habe es mir einfacher vorgestellt.» Konkrete Investitionszahlen will er keine nennen, doch auf der Seite der Eienstrasse hat sich das Ladeninnere klar verändert.

Beim Betreten des Ladens fällt auf, dass die zuvor komplett mit Regalen verschlossene linke Seite nun zur Hälfte aus einem grossen Fenster besteht. Sie ist mit Tischlein und Stühlen ausgestattet und kann künftig als Znüni- und Kaffee-Ecke genutzt werden. Dahinter schmückt ein Lebensmittelgemälde die Wand, das laut Ozan beim Renovieren zum Vorschein kam. Die Ladenfläche beläuft sich weiterhin auf knapp 200 m², doch etwa 16 Meter Regale sind weg. «Ich bin keine Migros. Ich kann niemals so viele Produkte einfüllen wie ein anderer grösserer Anbieter.»

Reiner Familienbetrieb
Ozan bietet in seinem Quartier-Lädeli «hauptsächlich Schweizer Produkte» von Lieferanten aus der Region an. «Mein Motto: fürs Quartier möglichst frisch.» Das Geschäft wird als reiner Familienbetrieb geführt. «Meine Frau wird mithelfen, aber hauptsächlich werden meine Tochter, mein Schwiegersohn und ich hier sein.» Die 19-jährige Derya Ozan-Onac ist zusammen mit ihrem Mann Ramazan Onac zuständig für Verkauf, Kasse und Bestellungen, Vater Ozan kümmert sich um Einkauf und Transport. Dazu kommt Marin Di Benedetto, der Ozan bei Ferienabwesenheit vertreten wird. Der frühere Berufskollege hat ihn bei den Vorbereitungen tatkräftig unterstützt. «Ohne ihn hätte ich es nicht geschafft», sagt Ozan.

Die Familie Ozan bietet älteren Kunden aus dem Quartier, die nicht gut zu Fuss sind, einen Lieferdienst an. «Wir sind aber kein Hauslieferdienst, bei dem man übers Internet bestellen kann», betont Ozan. Die Öffnungszeiten des Quartier-Lädelis sind montags bis freitags von 6.30 bis 21 Uhr sowie samstags von 7.30 bis 21 Uhr – durchgehend. Warum so lange? «Ich stamme aus einer Grossfamilie und habe selber eine», sagt der Vater von sechs Kindern im Alter zwischen 11 /2 und 20 Jahren. «Ich habe selbst vorher immer hier eingekauft. Wenn man früher abends nach der Arbeit noch einkaufen wollte, stand man bei anderen Detailhändlern vor verschlossenen Türen. Dann ging man ins Quartier-Lädeli.»

Einen entscheidenden Vorteil bringt Ozan für seinen neuen Betrieb mit: «Die Leute im Quartier kennen mich – im guten wie im schlechten Sinn», sagt der 42-Jährige und lacht.

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